Scherenwagenheber

Scherenwagenheber sind vor allem wegen Ihrer extrem kompakten und günstigen Bauweise beliebt. Dabei ist er dank dem Scherenprinzip, wie der Name schon sagt, sehr platzsparend, was gewisse Vorteile aber auch Nachteile mit sich bringen kann. Auf der Suche nach dem besten und sichersten Wagenheber haben wir den Markt durchforstet und wollen Ihnen hier unsere Ergebnisse vorstellen, die wir in einer Kaufberatung zusammengefasst haben.

Den meisten Fahrzeughaltern dürfte der Scherenwagenheber als Zugabe zum Notrad im Kofferraum bekannt sein. Er ist der ideale Begleiter für Notfälle im Kofferraum. Hochwertige Modelle sind auch für den regelmäßigen Reifenwechsel geeignet – wobei wir hier, schon alleine des Komforts wegen, einen Rangierwagenheber und Unterstellböcke empfehlen.

Wie funktioniert ein Scherenwagenheber?

Das „Scherenprinzip“ dieses Wagenhebers ist einfach erklärt: Die beiden „Arme“ des rautenförmigen Hebers werden durch eine Gewindestange aus- und eingefahren. Durch das Hebelprinzip reicht eine einfache Kurbel, um auch schwere Fahrzeuge anheben zu können.

Scherenwagenheber stehen in vielen unterschiedlichen Ausführungen zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in der Hubkraft, der Hubhöhe und beim Antrieb. Prinzipiell ist der Aufbau jedoch bei allen Scherenwagenhebern gleich. Sie bestehen aus vier stabilen Metallprofilen, die in Form einer Raute mit Gelenken verbunden sind. In den beiden mittleren Gelenken befinden sich Gewindebohrungen. Mit einer Gewindestange, die auch als Spindel bezeichnet wird, werden die vier Profile zusammengezogen. Dadurch wird die Raute schmaler und höher. Das Funktionsprinzip ist also denkbar einfach, aber dennoch effizient.

Vorteile

  • Leichtgewicht
  • Kompakte Bauweise
  • Günstig in der Anschaffung

 

Nachteile

  • Viel Muskelkraft nötig

Anwendungsgebiete für einen Scherenwagenheber

Ein Scherenwagenheber dient in erster Linie dazu, ein Fahrzeug so weit anzuheben, dass ein Radwechsel möglich ist. Er ist ein idealer Helfer, um den wiederkehrenden Reifenwechsel von Sommer- auf Winterreifen in Eigenregie durchzuführen. Wird ein solches Gerät im Kofferraum des Autos mitgeführt, kann er auch im Falle eines Reifenschadens sehr nützlich sein.

Doch nicht nur das Wechseln der Räder ist ein typische Einsatzgebiet eines Scherenwagenhebers. Er kann auch ohne Weiteres dazu verwendet werden, um Reparaturen an der Unterseite eines Pkw durchzuführen. Sofern die Hubhöhe ausreichend ist, entsteht beim Anheben eines Fahrzeugs genug Platz, um darunter zu arbeiten. Wichtig ist, dass das Fahrzeug mit Unterstellböcken abgesichert wird.

Mit einem Scherenwagenheber ist es zudem möglich, auch andere schwere Geräte oder Maschinen anzuheben. Es muss nicht immer nur ein Fahrzeug sein. Die Voraussetzung besteht lediglich darin, dass sich der Wagenheber unterhalb des anzuhebenden Gegenstands schieben lässt.

 

Ein Scherenwagenheber im Vergleich zu anderen Wagenhebern

Der Scherenwagenheber ist ein Leichtgewicht

Neben den Scherenwagenhebern stehen auch hydraulische Wagenheber und Rangierwagenheber zur Verfügung. Diese sind jedoch deutlich schwerer als Scherenwagenheber. Hydraulikwagenheber wiegen in der Regel mindestens fünf Kilogramm. Rangierwagenheber können mitunter mehr als 40 Kilogramm auf die Waage bringen, leichte Modelle aus Aluminium wiegen auch einige Kilogramm. Deshalb sind sie für den mobilen Einsatz eher ungeeignet. Scherenwagenheber weisen ein durchschnittliches Gewicht von einem bis zwei Kilogramm auf. Sie sind also sehr handlich und nehmen im Kofferraum des Autos nur einen geringen Platz ein.

Stabiler Hub & kein Absacken, wenn die Qualität stimmt

Ein weiterer Vorteil ist die Sicherheit der Scherenwagenheber. Aufgrund der Mechanik können sie theoretisch auch ohne die Nutzung von Unterstellböcken genutzt werden, da kein Absacken wie bei hydraulischen Geräten möglich ist. Hydraulische Wagenheber hingegen eignen sich nur zum Anheben des Fahrzeugs. Wird unter dem Fahrzeug gearbeitet, ist die Absicherung mit geeigneten Unterstellböcken vorgeschrieben. Achten Sie jedoch auf die Qualität: Viele Scherenwagenheber sind von minderer Qualität und können brechen oder abrutschen, was zu Verletzungen und Schäden am Fahrzeug führen kann.

Komfort geht anders

Der Nachteil eines Scherenwagenhebers besteht in dem etwas größeren Kraftaufwand beim Anheben eines Fahrzeugs. Die Spindel wird zumeist mit einer aufsteckbaren Kurbel betätigt. Bei schweren Fahrzeugen muss deshalb ein wenig Kraft aufgewendet werden.

 

Unterschiedliche Ausführungen von Scherenwagenhebern

Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Hubkraft. Sie liegt je nach Modell zwischen einer und zwei Tonnen. Da in der Regel immer nur ein Rad des Fahrzeugs angehoben wird, ist eine Hubkraft von einer Tonne für einen durchschnittlichen Pkw ausreichend. Beachtet werden sollte, jedoch, dass Wagenheber mit einer höheren Hubkraft meistens mit einer anderen Übersetzung arbeiten. Das hat einen geringeren Kraftaufwand beim Anheben eines Autos zur Folge.

Unterschiede gibt es auch bei der Hubhöhe. Einige Scherenwagenheber weisen eine maximale Hubhöhe von 33 Zentimetern auf. Es gibt aber auch Modelle, die bis zu 38 Zentimeter Hubhöhe erreichen.

Auch Scherenwagenheber gibt es mittlerweile mit hydraulischer Unterstützung. Besonders einfach zu handhaben, sind Geräte mit elektrischem Antrieb. Bei solchen Scherenwagenhebern braucht die Spindel nicht mit einer Kurbel betätigt werden, sondern ein eingebauter Elektromotor übernimmt die Arbeit. Bei solchen Wagenhebern mit Hilfsmotor ist lediglich der Anschluss am Zigarettenanzünder des Fahrzeugs erforderlich.

 

Wichtige Aspekte beim Kauf eines Scherenwagenhebers

Hubkraft & Hubhöhe müssen stimmen

Eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf eines Scherenwagenhebers ist die maximale Hubhöhe. Bei einem Kleinwagen mag eine Hubhöhe von 33 Zentimetern ausreichend sein. Bei größeren Fahrzeugen, wie beispielsweise SUVs oder Geländewagen ist eine Hubhöhe von mehr als 36 Zentimetern empfehlenswert. Auf keinen Fall sollte ein Gerät mit geringer Hubhöhe gekauft und dann die Differenz der Hubhöhe mit einem Holzklotz oder Ähnlichem ausgeglichen werden. Das ist äußerst gefährlich! Natürlich muss auch die Hubkraft zum jeweiligen Fahrzeug passen. Je größer und schwerer ein Auto ist, desto höher ist auch die erforderliche Hubkraft.

Sorgen Sie für sicheres Arbeiten

Sowohl der Standfuß als auch die Auflagefläche des Wagenhebers sollten ausreichend dimensioniert sein. Dadurch wird die Sicherheit bei der Arbeit deutlich erhöht. Die Sicherheit spielt ohnehin bei der Arbeit mit einem Wagenheber eine zentrale Rolle. Deshalb sollten nur Scherenwagenheber erworben werden, die mit einem TÜV- oder GS-Gütesiegel ausgezeichnet sind.

 

Wie viel kostet ein guter Scherenwagenheber?

Scherenwagenheber werden zu Preisen zwischen etwa 20 und mehr als 100 Euro angeboten. Die billigsten Geräte eignen sich nur für Notfälle oder seltene Arbeiten. Brauchbare Scherenwagenheber, mit denen komfortabel gearbeitet werden kann, kosten etwa 40 Euro. Die teuersten Geräte sind zumeist mit Elektromotoren ausgestattet.

 

Sicher arbeiten mit einem Scherenwagenheber

Besonders wichtig ist ein ebener und fester Untergrund. Steht das Fahrzeug an einer abschüssigen Einfahrt, besteht die Gefahr, dass es im angehobenen Zustand wegrollt. Beim anzuhebenden Fahrzeug sollte unbedingt die Handbremse angezogen sein.

Um Schäden am Auto zu vermeiden, muss der Wagenheber stets an der vorgesehenen Position angesetzt werden. Diese ist sowohl an Markierungen an der Karosserie als auch in der Betriebsanleitung zu entnehmen.

 

Scherenwagenheber am Wohnwagen nutzen

Selbstverständlich ist auch die Nutzung eines Scherenwagenhebers am Wohnwagen möglich. Der Wagenheber sollte aber möglichst exakt unter der Achse angesetzt sein. Sonst könnten Schäden am Wohnwagen auftreten.