Hydraulischer Wagenheber

Im Gegensatz zu rein mechanisch arbeitenden Wagenhebern, deren Hubkraft sich über eine Hebelwirkung entfaltet, kommt bei einem hydraulischen Wagenheber ein Fluid meist in Form von Hydrauliköl zum Einsatz. Der Vorteil eines hydraulischen Wagenhebers zeigt sich unter anderem in der kompakten Bauweise, da die Übersetzungswirkung des Hydrauliköls innerhalb des Druckzylinders bei kleinstmöglicher Fläche um ein vielfaches größer ist als jede Hebelmechanik. Der Grund dafür liegt in der besonderen Konstruktion von Hydraulikpumpen, nichts anderes ist ein hydraulischer Wagenheber, die sich aus dem Vorratsbehälter sowie dem klein dimensionierten Pumpkolben und dem größer dimensionierten Presskolben und den entsprechend dazwischen geschalteten Ventilen besteht.
Um die Kraftübertragungsverhältnisse einmal darzustellen wird hier ein Beispiel dargelegt. An einem hydraulischen Wagenheber mit einem Pumpkolben, der eine Fläche von 0,5 cm2 besitzt, wird dieser Pumpkolben mittels eines Gestänges hinunter gedrückt und entwickelt dabei eine Kraft von etwa 100 N oder 10 Kg. Über den Pumpkolben wird Hydrauliköl in den Presskolben gedrückt. Dieser ist mit 40 cm2 in der Fläche achtmal größer. Das Druckverhältnis jedoch verändert sich um den Faktor Hundert. Vereinfacht ausgedrückt ergeben 10 Kg Druckkraft auf der einen Seite eine Presskraft von 800 Kg auf der anderen Seite.

Die Einsatzbereiche eines hydraulischen Wagenhebers

Hydraulischer Wagenheber

Hydraulischer Wagenheber

Im Prinzip ist ein herkömmlicher hydraulischer Wagenheber ein Bordwerkzeug in einem Kfz, das dazu dient, im Fall einer Reifenpanne den Wagen sicher anzuheben und das Rad zu wechseln. Genauso kann der Wagenheber aber auch genutzt werden, um beispielsweise den jährlichen Wechsel der Sommerreifen hin zu den Winterreifen vorzunehmen. Den hydraulischen Wagenheber dazu zu benützen, um etwaige Arbeiten am Unterbodenbereich des Fahrzeuges vorzunehmen, etwa der Austausch eines Katalysators an der Auspuffanlage, ist mit einem hohen Risiko verbunden, wenn nicht weitere Absicherungen des angehobenen Fahrzeuges vorgenommen werden oder eine andere Bauart des hydraulischen Wagenhebers verwendet wird. Als Bordwerkzeug ist der Wagenheber entsprechend kompakt und besitzt nur eine kleine Stellfläche. Das erhöht das Risiko des Kippens um ein Vielfaches gegenüber anderen Konstruktionen wie sie etwa in Werkstätten verwendet werden. Folglich sollten keine Arbeiten am Unterboden eines Fahrzeuges durchgeführt werden, wenn lediglich der Kfz-Wagenheber zum Anheben des Fahrzeuges eingesetzt wird.

Vor- und Nachteile eines hydraulischen Wagenhebers gegenüber anderen Systemen

+Hohe Tragkraft auf kleinem Raum

+Günstig in der Anschaffung

+Auch für SUVs geeignet

-Stand nicht so stabil wie bei Rangierwagenhebern

-Sehr kleine Auflagefläche (Holz oder Gummi unterlegen!)

Der Vorteil des hydraulischen Wagenhebers liegt natürlich bei der hohen Druckkraft im Verhältnis zu den geringen Abmessungen. Dafür wiederum besitzt der hydraulische Wagenheber ein in der Regel höheres Gewicht aufgrund der massiven Ausführung, um den hohen Druckkräften Stand zu halten. Durch die kompakten Maße lässt sich der hydraulische Stempelwagenheber sehr einfach im Wageninneren verstauen, hingegen Scherenwagenheber oder etwa Rangierwagenheber wesentlich mehr Fläche benötigen.

Die Tragkraft und Bauarten von hydraulischen Wagenhebern

Weitestgehend bestehen bei hydraulischen Wagenhebern zwei Bauarten. Einmal der sehr kompakte Stempelwagenheber sowie der Rangierwagenheber. Der Rangierwagenheber besitzt hierbei den Vorteil der einfacheren Positionierung des Wagenhebers unter dem Fahrzeug. Beim Anheben des Presskolben oder des Hebearms beschreibt dieser einen kleinen Bogen, weshalb beim Ansetzen etwas darauf geachtet werden muss, das sich der Hebepunkt tatsächlich unter einem tragenden Teil des Fahrzeuges befindet. Der Stempelwagenheber hingegen ist nicht rangierfähig und der Stempel fährt vertikal aus, sodass er direkt unter den Ansatzpunkt des Fahrzeuges gestellt wird.
Ein Rangierwagenheber ist aufgrund der bequemen Hebeltechnik und der daran montierten Rollen mit einer geringeren maximalen Tragkraft ausgestattet, die sich zwischen 2 und 3 Tonnen bewegt. Der Stempelwagenheber hingegen zeigt hier den Vorteil, eine reine hydraulische Pumpe mit linearen Bewegungen zu sein. Stempelwagenheber können je nach Modell eine Tragkraft von 2 bis 20 Tonnen besitzen. Im Nutzfahrzeugbereich erhöht sich dies sogar noch.

Was beim Kauf beachtet werden sollte

Natürlich sollte beim Kauf eines hydraulischen Wagenhebers zunächst das Gewicht des eigenen Fahrzeuges berücksichtigt werden genauso wie dessen Bodenfreiheit, die wiederum entscheidend ist, ob ein Stempelwagenheber oder ein Rangierwagenheber verwendet werden kann. Dabei kann in Bezug auf die Tragkraft durchaus ein Zuschlag gegeben werden, da das nächste Fahrzeug eventuell schwerer ausfällt.

Was kostet ein ‚vernünftiger‘ hydraulischer Wagenheber?

Wie bei fast allem spielt auch bei hydraulischen Wagenhebern die Qualität eine wichtige Rolle. Zu preiswerte Geräte können beispielsweise schnell Undichtigkeiten an den Kolben und Zylindern aufweisen oder bei Rangierwagenhebern mangelhafte Rollen besitzen. Darum lohnt es sich durchaus, auch im Hinblick auf die eigene Sicherheit, auf Markengeräte zurückzugreifen. Wie verschiedene Testberichte beweisen, müssen diese Geräte deswegen nicht utopisch teuer sein. Gute Wagenheber finden sich schon ab Preisen von etwas über 20 Euro, die dabei 2 Tonnen heben können und für den gelegentlichen Reifenwechsel völlig ausreichend sind. Natürlich kann es auch etwas mehr sein, aber selbst hoch belastbare Stempelwagenheber sind in guter Qualität bereits ab 40 Euro erhältlich. Die übliche Preisspanne bewegt sich zwischen 20 und 160 Euro, wobei einige der angebotenen Geräte eher in eine Autowerkstatt denn in einen Pkw passen.

Den hydraulischen Wagenheber sicher einsetzen

Vor einem Radwechsel und dem damit verbundenen Ansetzen des hydraulischen Wagenhebers sollte das Fahrzeug zuerst mittels der Handbremse vor unbeabsichtigtem Wegrollen gesichert werden. Danach werden die Radmuttern des beschädigten Reifens gelöst und der Ersatz- oder Notreifen aus dem Kofferraum geholt. Erst jetzt wird der Wagenheber positioniert und zwar etwa 20 cm vom Kotflügel des betroffenen Reifen entfernt unter der Längstraverse des Fahrzeugrahmens. Diese befindet sich etwa 10 cm nach innen versetzt auf der Unterbodenseite des Wagens. Der Wagenheber wird immer zwischen Vorder- und Hinterrad angesetzt, nie im Heck- oder Frontbereich.

Wo lässt sich der hydraulische Wagenheber am besten verwenden?

Der Einsatz des hydraulischen Wagenhebers ist abhängig von den spezifischen Eigenschaften des jeweiligen Fahrzeuges. So bietet sich für einen relativ schweren und „hochbeinigen“ SUV oder ein anderes geländegängiges Fahrzeug beispielsweise ein dreifach ausfahrbarer Stempelwagenheber an. Hingegen ein tiefer gelegtes Fahrzeug mit einem flach anzusetzenden Rangierwagenheber natürlich besser bedient ist.

Sind hydraulische Wagenheber für Wohnwagen geeignet?

Jedes Fahrzeug, auch ein Anhänger wie ein Wohnwagen ist ein Fahrzeug, besitzt im Fahrgestellbereich tragende Elemente, an denen ein hydraulischer Wagenheber zum Anheben des Wohnwagens angesetzt werden kann. Darum spielt die Form oder die Art des Wagenhebers selbst eigentlich keine Rolle, nur der falsch gewählte Ansatzpunkt kann zu Beschädigungen führen.